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Prüfer für gerade und ungerade Funktionen

Ungerade · Gerade · Weder noch · Schrittweiser Nachweis · Symmetriegraph

Bestimmen Sie, ob f(x) gerade, ungerade oder weder noch ist. Sie erhalten sofort einen algebraischen Nachweis, eine numerische Prüftabelle und einen Symmetriegraphen.

Schnellbeispiele

f(x) =

Unterstützt: +, -, *, /, ^, sin, cos, tan, abs, sqrt, x^n

Parität häufiger Funktionen

Funktion Parität Regel / Begründung
x²Gerade(-x)² = x²
x⁴, x⁶, x^(2n)GeradeMonom geraden Grades
cos(x)Geradecos(-x) = cos(x)
|x|Gerade|-x| = |x|
cosh(x)Geradecosh(-x) = cosh(x)
xUngerade(-x) = -x
x³, x⁵, x^(2n+1)UngeradeMonom ungeraden Grades
sin(x)Ungeradesin(-x) = -sin(x)
tan(x)Ungeradetan(-x) = -tan(x)
sinh(x)Ungeradesinh(-x) = -sinh(x)
x·sin(x)Geradeungerade × ungerade = gerade
x·cos(x)Ungeradeungerade × gerade = ungerade
x² + xWeder nochGerader und ungerader Term
x + 1Weder nochf(0)=1 ≠ 0
e^xWeder noche^(-x) ≠ e^x und ≠ -e^x
0 (Nullfunktion)BeidesEinzige Funktion, die beides ist

Rechenregeln für gerade und ungerade Funktionen

Produkte

  • Gerade × gerade = Gerade
  • Ungerade × ungerade = Gerade
  • Gerade × ungerade = Ungerade

Summen

  • Gerade + gerade = Gerade
  • Ungerade + ungerade = Ungerade
  • Gerade + ungerade = Weder noch

Verkettung

  • Gerade(Gerade) = Gerade
  • Gerade(Ungerade) = Gerade
  • Ungerade(Ungerade) = Ungerade

Ableitungen und Integrale

  • d/dx(gerade) = Ungerade
  • d/dx(ungerade) = Gerade
  • ∫₁₋a gerade dx = 2∫₀ᵃ f dx
  • ∫₁₋a ungerade dx = 0

Was sind gerade und ungerade Funktionen?

Die Parität einer Funktion beschreibt in der Mathematik, ob ihr Graph eine Symmetrie zur y-Achse, eine Punktsymmetrie zum Ursprung oder keine dieser beiden Symmetrien besitzt. Diese Eigenschaften sind in der Analysis, der angewandten Mathematik und der Physik grundlegend.

Eine Funktion f(x) heißt gerade, wenn das Ersetzen von x durch −x denselben Ausdruck ergibt: f(−x) = f(x) für jedes x im Definitionsbereich. Geometrisch bedeutet dies, dass der Graph zur y-Achse spiegelsymmetrisch ist – seine rechte und linke Seite sind Spiegelbilder.

Eine Funktion f(x) heißt ungerade, wenn das Ersetzen von x durch −x den Funktionswert negiert: f(−x) = −f(x) für jedes x im Definitionsbereich. Der Graph besitzt dann eine 180°-Drehsymmetrie zum Ursprung und bleibt bei einer halben Drehung um (0, 0) unverändert.

Algebraischer Test der Funktionsparität

Das Prüfverfahren ist direkt: Ersetzen Sie jedes x durch −x, vereinfachen Sie den neuen Ausdruck und vergleichen Sie ihn mit f(x) sowie −f(x):

  • Ist das vereinfachte f(−x) identisch mit f(x), handelt es sich um eine gerade Funktion.
  • Ist das vereinfachte f(−x) identisch mit −f(x), handelt es sich um eine ungerade Funktion.
  • Trifft keine Gleichheit zu, ist die Funktion weder gerade noch ungerade.

Beispiel f(x) = x³: Durch x → −x entsteht f(−x) = (−x)³ = −x³ = −f(x). Deshalb ist die Funktion ungerade.

Beispiel f(x) = x²: Es gilt f(−x) = (−x)² = x² = f(x). Die Funktion ist also gerade.

Beispiel f(x) = x² + x: Hier ist f(−x) = (−x)² + (−x) = x² − x. Das entspricht weder f(x) = x² + x noch −f(x) = −x² − x. Die Funktion ist daher weder gerade noch ungerade.

Geometrische Bedeutung der Funktionssymmetrie

Die grafische Deutung ist häufig besonders anschaulich:

  • Gerade Funktionen sehen links und rechts der y-Achse gleich aus. Beispiele sind die Parabel x² und die Kosinusfunktion.
  • Ungerade Funktionen verlaufen durch den Ursprung – f(0) = 0 ist eine notwendige Bedingung – und stimmen nach einer Drehung um 180° um den Ursprung wieder mit sich selbst überein. Beispiele sind x³ und die Sinusfunktion.
  • Funktionen der Kategorie weder noch besitzen keine dieser Symmetrien. Die Gerade f(x) = x + 1 etwa verläuft nicht durch den Ursprung und ist nicht zur y-Achse symmetrisch.

Warum ungerade Funktionen f(0) = 0 erfüllen

Ist f ungerade und gehört 0 zum Definitionsbereich, setzt man x = 0 in f(−x) = −f(x) ein. Daraus folgt f(0) = −f(0), also 2f(0) = 0 und damit f(0) = 0. Das ist eine schnelle Plausibilitätsprüfung: Liefert eine Funktion an der Stelle x = 0 einen Wert ungleich null, kann sie nicht ungerade sein.

Gerade-Ungerade-Zerlegung

Eine bemerkenswerte Eigenschaft lautet: Jede Funktion kann eindeutig in einen geraden und einen ungeraden Anteil zerlegt werden:

  • Gerader Anteil: G(x) = [f(x) + f(−x)] / 2
  • Ungerader Anteil: U(x) = [f(x) − f(−x)] / 2

Somit gilt f(x) = G(x) + U(x). Beispielsweise lässt sich e^x als cosh(x) + sinh(x) schreiben: Der hyperbolische Kosinus ist der gerade, der hyperbolische Sinus der ungerade Anteil. Diese Zerlegung bildet eine Grundlage der Fourier-Reihen, bei denen periodische Funktionen in Kosinus- und Sinusanteile zerlegt werden.

Parität in Fourier-Analyse und Integralrechnung

Bei der Integration spart die Funktionsparität viel Rechenarbeit. Für ein symmetrisches Intervall [−a, a] gilt:

  • Ist f gerade, entspricht das Integral von −a bis a dem Doppelten des Integrals von 0 bis a.
  • Ist f ungerade, ist das Integral von −a bis a genau 0, weil sich positive und negative Flächenanteile aufheben.

In Fourier-Reihen wird eine auf [−L, L] definierte Funktion als Summe von Sinus- und Kosinusfunktionen dargestellt. Bei einer geraden Funktion treten nur Kosinusterme, bei einer ungeraden Funktion nur Sinusterme auf. Wer die Parität zuerst erkennt, reduziert den Rechenaufwand deutlich.

In der Physik sind quantenmechanische Wellenfunktionen in symmetrischen Potenzialen wie dem harmonischen Oszillator entweder gerade beziehungsweise symmetrisch oder ungerade beziehungsweise antisymmetrisch. Gerade Zustände besitzen am Mittelpunkt eine von null verschiedene Wahrscheinlichkeit, ungerade Zustände dort einen Knoten.

Parität von Polynomfunktionen

Bei Polynomen ist die Regel leicht zu merken: Ein Polynom ist gerade, wenn es ausschließlich Terme geraden Grades enthält; Konstanten haben den Grad 0 und zählen damit ebenfalls als gerade. Ein Polynom ist ungerade, wenn es ausschließlich Terme ungeraden Grades enthält. Werden gerade und ungerade Grade gemischt, ist das Polynom weder gerade noch ungerade.

Polynom Terme Parität
3x⁴ − 2x² + 5Nur gerade Grade (4, 2, 0)Gerade
7x⁵ − 4x³ + xNur ungerade Grade (5, 3, 1)Ungerade
x³ + x²Gemischt (3 und 2)Weder noch
x⁴ + 3Nur gerade Grade (4, 0)Gerade
2x + 1Gemischt (1 und 0)Weder noch

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine gerade Funktion?
Eine Funktion f(x) ist gerade, wenn f(−x)=f(x) für alle x ihres Definitionsbereichs gilt. Ihr Graph ist zur y-Achse symmetrisch. Klassische Beispiele sind f(x)=x², f(x)=cos(x), f(x)=|x| und Polynome mit ausschließlich geraden Exponenten; auch Konstanten mit Grad 0 zählen dazu.
Was ist eine ungerade Funktion?
Eine Funktion f(x) ist ungerade, wenn f(−x)=−f(x) für alle x ihres Definitionsbereichs gilt. Ihr Graph besitzt eine 180°-Drehsymmetrie zum Ursprung. Beispiele sind f(x)=x, f(x)=x³, f(x)=sin(x) und f(x)=tan(x). Gehört 0 zum Definitionsbereich, gilt stets f(0)=0.
Wie prüft man, ob eine Funktion gerade oder ungerade ist?
Ersetzen Sie jedes x in f(x) durch −x und vereinfachen Sie den Ausdruck. Ist das Ergebnis gleich f(x), ist die Funktion gerade; ist es gleich −f(x), ist sie ungerade. Andernfalls ist sie weder gerade noch ungerade. Ergänzend kann man f(x) und f(−x) an mehreren Stellen numerisch vergleichen.
Kann eine Funktion gleichzeitig gerade und ungerade sein?
Ja, aber nur die Nullfunktion f(x)=0. Gälten für eine andere Funktion zugleich f(−x)=f(x) und f(−x)=−f(x), müsste f(x)=−f(x) und damit f(x)=0 für jedes x sein.
Warum gilt für ungerade Funktionen f(0)=0?
Setzt man x=0 in f(−x)=−f(x) ein, erhält man f(0)=−f(0). Daraus folgt 2f(0)=0 und damit f(0)=0. Das ist ein schneller Praxistest: Ergibt eine Funktion bei x=0 einen Wert ungleich null, kann sie nicht ungerade sein.
Was ist die Gerade-Ungerade-Zerlegung?
Jede Funktion lässt sich eindeutig als f(x)=G(x)+U(x) schreiben. Dabei ist G(x)=[f(x)+f(−x)]/2 der gerade und U(x)=[f(x)−f(−x)]/2 der ungerade Anteil. Zum Beispiel gilt e^x=cosh(x)+sinh(x). Diese Zerlegung ist eine Grundlage der Fourier-Reihen.
Wie hilft die Symmetrie bei Integralen?
Für bestimmte Integrale über ein symmetrisches Intervall [−a,a] gilt: Bei einer geraden Funktion ist das Integral doppelt so groß wie das Integral von 0 bis a. Bei einer ungeraden Funktion ist es genau 0, weil sich positive und negative Flächenanteile aufheben. Diese Regel wird in Analysis, Physik und Fourier-Analyse häufig genutzt.