Poisson-Verteilung-Rechner
PMF · CDF · Gegenwahrscheinlichkeit · Intervall · Säulendiagramm
Berechnen Sie P(X=k) = e−λλk/k!, die kumulierte Wahrscheinlichkeit P(X≤k), P(X>k) und P(a≤X≤b) für eine beliebige Rate λ. Inklusive vollständiger Wahrscheinlichkeitstabelle und Diagramm.
Schnellbeispiele
Wahrscheinlichkeitsfunktion & Berechnung
Verteilungseigenschaften
Zwischenankunftszeit (Verbindung zur Exponentialverteilung)
Wahrscheinlichkeitsverteilungstabelle
Zeigt k, P(X=k), P(X≤k) und P(X>k) von k=0 bis k_max (Abbruch bei CDF ≥ 0,9999). Die gewählte k-Zeile ist hervorgehoben.
| k | P(X = k) | P(X ≤ k) | P(X > k) |
|---|
Säulendiagramm — P(X = k)
Gewähltes k: dunkelgrün. Intervall [a,b]: mittelgrün. Rote gestrichelte Linie: Mittelwert (λ).
Poisson-Approximation der Binomialverteilung
Für n ≥ 20 und p ≤ 0,05 (oder np ≤ 10) gilt Binomial(n, p) ≈ Poisson(λ = np). Geben Sie n und p ein, um P(X=k) beider Verteilungen zu vergleichen.
| k | Binomial P(X=k) | Poisson P(X=k) | Fehler in % |
|---|
Was ist die Poisson-Verteilung?
Die Poisson-Verteilung ist eine grundlegende diskrete Wahrscheinlichkeitsverteilung. Sie modelliert, wie oft ein zufälliges Ereignis innerhalb eines festen Zeit-, Raum- oder sonstigen kontinuierlichen Intervalls auftritt — vorausgesetzt, die Ereignisse sind unabhängig und treten mit einer konstanten mittleren Rate λ (Lambda) ein. Der französische Mathematiker Siméon Denis Poisson leitete sie 1837 als Grenzfall der Binomialverteilung für großes n und kleines p her.
Während die Binomialverteilung Erfolge in einer festen Zahl von Versuchen zählt, beschreibt die Poisson-Verteilung Zähldaten ohne theoretische Obergrenze. In einem Intervall können 0, 1, 2, … beliebig viele Ereignisse auftreten. Typische Beispiele sind Kunden an einer Kasse pro Stunde, E-Mails pro Tag oder Materialfehler pro Meter Stoff.
Wahrscheinlichkeitsfunktion und Berechnung im logarithmischen Raum
Die Wahrscheinlichkeitsfunktion (PMF) lautet:
Bei großen Werten von λ oder k führt die direkte Berechnung von λk und k! zu einem arithmetischen Überlauf. Abhilfe schafft die Berechnung im logarithmischen Raum:
Dabei wird ln(k!) effizient als laufende Summe berechnet: ln(k!) = Σi=1k ln(i). Dieses Verfahren bleibt für λ bis 200 und k bis 150 numerisch stabil.
Eigenschaften der Poisson-Verteilung
| Eigenschaft | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Mittelwert (μ) | λ | Erwartete Anzahl der Ereignisse |
| Varianz (σ²) | λ | Entspricht dem Mittelwert |
| Standardabweichung (σ) | √λ | Streuung der Verteilung |
| Schiefe | 1/√λ | Rechtsschief; für großes λ annähernd symmetrisch |
| Exzess | 1/λ | Nähert sich für λ → ∞ der Normalverteilung |
| Modalwert | ⌊λ⌋ und bei ganzzahligem λ zusätzlich ⌊λ⌋−1 | Wahrscheinlichste Anzahl |
Die Gleichheit von Mittelwert und Varianz (μ = σ² = λ) ist ein kennzeichnendes Merkmal. Ist die Varianz Ihrer Zähldaten deutlich größer als der Mittelwert (Überdispersion), kann die negative Binomialverteilung besser geeignet sein.
Additive Eigenschaft und Superposition
Sind X ~ Poisson(λ1) und Y ~ Poisson(λ2) unabhängig, dann gilt X + Y ~ Poisson(λ1 + λ2). Durch diese additive Eigenschaft lassen sich Poisson-Prozesse einfach zusammenfassen: Die gesamte Ankunftsrate zweier unabhängiger Prozesse ist die Summe ihrer Raten.
Verbindung zur Exponentialverteilung
Folgen Ereignisse einem Poisson-Prozess mit der Rate λ pro Zeiteinheit, ist die Zeit zwischen zwei Ankünften exponentialverteilt mit Rate λ und Mittelwert 1/λ. Diese Dualität ist ein Grundpfeiler der Warteschlangentheorie und des M/M/1-Modells:
- Ankünfte: Kundenzahl pro Stunde ~ Poisson(λ)
- Wartezeit: Zeit bis zum nächsten Kunden ~ Exponential(λ)
- Bedienzeit: Bei Bedienrate μ gilt Zeit pro Bedienung ~ Exponential(μ)
Poisson-Approximation der Binomialverteilung
Bei großem n (≥ 20) und kleinem p (≤ 0,05) kann die direkte Berechnung binomialer Wahrscheinlichkeiten aufwendig werden. Da der Mittelwert λ = np ist, lässt sich Binomial(n, p) durch Poisson(λ = np) annähern. Der Näherungsfehler ist durch min(p, λ/n) beschränkt und sinkt für n → ∞ bei festem λ.
Praxisanwendungen
- Warteschlangentheorie und Callcenter: Kundenankünfte pro Zeitintervall und Analyse von M/M/1-Warteschlangen.
- Telekommunikation: Paketankünfte in Netzwerkpuffern und unterbrochene Anrufe pro Minute.
- Epidemiologie: Fälle seltener Krankheiten pro Bezirk und Jahr.
- Radioaktiver Zerfall: Impulse eines Geigerzählers pro Sekunde.
- Versicherungen: Schadensfälle pro Versicherungsnehmer und Jahr.
- Website-Traffic: Seitenaufrufe pro Sekunde, insbesondere in Nebenzeiten.
- Fertigungsqualität: Fehler pro Flächeneinheit in einer Produktionslinie.
- Ökologie: Sichtungen seltener Arten pro Hektar.
- Astronomie: Pro Sekunde eintreffende Photonen eines Teleskopdetektors.