Rechner zum Faktorisieren von Polynomen
Größter gemeinsamer Faktor · Differenz von Quadraten · Summe/Differenz von Kuben · Quadratische Polynome · Gruppieren · Rationale Nullstellen
Geben Sie ein Polynom ein und erhalten Sie die vollständig faktorisierte Form mit Rechenweg. Unterstützt die Grade 1 bis 6 und erkennt automatisch das passende Zerlegungsverfahren.
Schnellbeispiele
Für Exponenten ^ verwenden · Leerzeichen optional · unterstützt Grad 1 bis 6
Verwendete Verfahren
Schritt-für-Schritt-Lösung
Nullstellen (mit p(x) = 0)
Probe durch Ausmultiplizieren
Übersicht der Faktorisierungsverfahren
Was bedeutet das Faktorisieren von Polynomen?
Beim Faktorisieren wird ein Polynom als Produkt zweier oder mehrerer einfacherer Polynome geschrieben. Es ist die algebraische Umkehrung des Ausmultiplizierens. So wird x² − 9 zu (x + 3)(x − 3), weil das Produkt wieder x² − 9 ergibt. Die Zerlegung ist grundlegend zum Lösen von Polynomgleichungen, Vereinfachen gebrochen-rationaler Ausdrücke, Bestimmen von Nullstellen und Arbeiten mit Polynomen in der Analysis.
Warum Polynome faktorisieren?
- Gleichungen lösen: Wird jeder Faktor gleich null gesetzt, folgen die Nullstellen unmittelbar. Aus p(x) = (x−3)(x+2) ergeben sich x = 3 und x = −2.
- Gebrochen-rationale Ausdrücke vereinfachen: Gemeinsame Polynomfaktoren in Zähler und Nenner eines Bruchs können gekürzt werden.
- Schnittpunkte mit der x-Achse bestimmen: Die reellen Nullstellen eines Polynoms sind die Schnittpunkte seines Graphen mit der x-Achse.
- Anwendungen in der Analysis: Die Partialbruchzerlegung benötigt faktorisierte Nenner. Auch Grenzwerte, Ableitungen und Integrale lassen sich durch Faktorisieren häufig vereinfachen.
- Vielfachheiten verstehen: Wiederholte Faktoren wie (x−2)² zeigen eine doppelte Nullstelle x = 2. Der Graph berührt dort die x-Achse, ohne sie zu schneiden.
Die acht Faktorisierungsverfahren
1. Größter gemeinsamer Faktor
Klammern Sie zuerst den größten gemeinsamen Faktor aus. Er ist das größte Monom, das jeden Term teilt. Bei 6x³ + 9x² = 3x²(2x + 3) lautet er 3x². Dieser Schritt vereinfacht das restliche Polynom und alle weiteren Verfahren.
2. Differenz von Quadraten
Jedes Binom der Form a² − b² zerfällt in (a + b)(a − b). Beide Terme müssen vollständige Quadrate und durch ein Minus verbunden sein. Beispiel: 4x² − 25 = (2x)² − 5² = (2x + 5)(2x − 5). Eine Summe von Quadraten a² + b² lässt sich über den reellen Zahlen nicht faktorisieren.
3. Vollständiges Quadrat (binomische Formel)
Ein Trinom a² + 2ab + b² wird zu (a + b)², entsprechend wird a² − 2ab + b² zu (a − b)². Bei x² + 6x + 9 = (x + 3)² sind erster und letzter Term Quadrate und der mittlere Term das Doppelte ihres Produktes.
4. Summe von Kuben
Für die Summe von Kuben gilt a³ + b³ = (a + b)(a² − ab + b²). Beispiel: x³ + 27 = (x + 3)(x² − 3x + 9). Der quadratische Faktor ist über den reellen Zahlen nicht weiter zerlegbar.
5. Differenz von Kuben
Für die Differenz von Kuben gilt a³ − b³ = (a − b)(a² + ab + b²). Beispiel: x³ − 8 = (x − 2)(x² + 2x + 4). Im ersten Faktor steht ein Minus, im quadratischen Faktor sind die übrigen Vorzeichen positiv.
6. Quadratisches Trinom (Mitternachtsformel)
Für ax² + bx + c lautet die Diskriminante Δ = b² − 4ac. Bei Δ ≥ 0 existieren reelle Nullstellen r = (−b ± √Δ) / (2a), und das Polynom zerfällt als a(x − r₁)(x − r₂). Bei Δ < 0 ist es über den reellen Zahlen irreduzibel.
7. Faktorisieren durch Gruppieren
Dieses Verfahren eignet sich für Polynome mit vier Termen. Man bildet zwei Paare, klammert in jedem Paar den größten gemeinsamen Faktor aus und zieht anschließend den gemeinsamen Binomfaktor vor die Klammer. So wird 2x³ + 6x² − 2x − 6 schrittweise zu 2(x + 1)(x − 1)(x + 3).
8. Satz über rationale Nullstellen und Horner-Schema
Ab Grad 3 liefert der Satz über rationale Nullstellen alle möglichen rationalen Werte ±p/q, wobei p den konstanten Term und q den Leitkoeffizienten teilt. Erfüllt ein Kandidat p(r) = 0, ist (x − r) ein Faktor. Das Horner-Schema reduziert den Grad, bis das Polynom vollständig zerlegt ist.
Referenztabelle: häufige Zerlegungsformen
| Form | Faktorisierte Form | Beispiel |
|---|---|---|
| a²−b² | (a+b)(a−b) | x²−9 = (x+3)(x−3) |
| a²+2ab+b² | (a+b)² | x²+6x+9 = (x+3)² |
| a³+b³ | (a+b)(a²−ab+b²) | x³+8 = (x+2)(x²−2x+4) |
| a³−b³ | (a−b)(a²+ab+b²) | x³−27 = (x−3)(x²+3x+9) |
| a⁴−b⁴ | (a²+b²)(a+b)(a−b) | x⁴−16 = (x²+4)(x+2)(x−2) |