NPV Rechner
Kapitalwert · Interner Zinsfuß (IRR) · Amortisationsdauer · Rentabilitätsindex · Sensitivitätsanalyse
Investitionsdetails
Anfangsinvestition, Diskontierungssatz und jährliche Cashflows eingeben.
Als positive Zahl eingeben — wird als Auszahlung in Jahr 0 behandelt
Kapitalkosten / geforderte Mindestrendite (WACC)
Jährliche Cashflows
Negative Werte für Auszahlungsjahre möglich. Bis zu 15 Jahre.
Kapitalwert
Angewendete NPV-Formel
Diskontierter Cashflow — Aufschlüsselung
| Jahr | Cashflow (€) | Diskontfaktor (1/(1+r)^t) | Barwert (€) |
|---|
Jährliche Cashflows
Interner Zinsfuß (IRR)
IRR
Gelöst mittels Newton-Raphson-Iteration (max. 100 Schritte) mit Bisektions-Fallback
Amortisationsdauer & Rentabilitätsindex
Einfache Amortisation
Nominale Cashflows
Diskontierte Amortisation
Barwert-bereinigte Cashflows
Rentabilitätsindex
PI > 1 → Annehmen | PI < 1 → Ablehnen | PI = 1 → Indifferent
Kumulierte Cashflow-Tabelle (★ = Breakeven-Jahr)
| Jahr | Cashflow | Kumulierter CF | Diskontfaktor | Kumulierter DCF |
|---|
Sensitivitätsanalyse
NPV bei Diskontierungssätzen von 0 % bis 30 % — die rote gestrichelte Linie markiert den IRR (NPV = 0).
NPV bei wichtigen Diskontierungssätzen
| Diskontierungssatz | NPV (€) | Entscheidung |
|---|
NPV vs. Anfangsinvestition (±20 %)
| Investitionsänderung | Investition (€) | NPV (€) | Entscheidung |
|---|
Berechnungsbeispiele
Beispiel 1 — Maschinenkauf
Anfangsinvestition: 50.000 € | Zinssatz: 10 % | Laufzeit: 5 Jahre
PV = 15.000 € × PVIFA(10 %,5)
PVIFA = 3,7908
PV = 56.862 €
NPV = 56.862 € − 50.000 €
Beispiel 2 — Gewerbeimmobilie
Anfangsinvestition: 500.000 € | Zinssatz: 12 %
Jahr 2: 50.000 €
Jahr 3: 80.000 €
Jahr 4: 100.000 €
Jahr 5: 600.000 € (Verkauf)
NPV = Barwert der Zahlungen − 500.000 €
Beispiel 3 — Start-up-Projekt
Anfangsinvestition: 100.000 € | Zinssatz: 15 %
Jahr 2: 30.000 €
Jahr 3: 45.000 €
Jahr 4: 60.000 €
Jahr 5: 70.000 €
IRR ≈ 18,6 %
Wichtige Formeln im Überblick
Diskontfaktor = 1 / (1+r)^t
Barwert = CF_t × Diskontfaktor
PI = Barwert der Zahlungen / C₀
Amortisation = Jahr, in dem kumulierter CF ≥ 0
C₀ = Anfangsinvestition | CF_t = Cashflow in Jahr t | r = Diskontierungssatz pro Periode
Ähnliche Finanzrechner
Was ist der Kapitalwert (NPV)?
Der Kapitalwert (Net Present Value, NPV) ist die zentrale Kennzahl der modernen Investitionsrechnung. Er beziffert in heutigen Euro, welchen Wert eine Investition über die von den Kapitalgebern geforderte Rendite hinaus schafft. Die Grundidee ist einfach: Ein Euro, der erst in der Zukunft ankommt, ist weniger wert als ein Euro heute, weil der heutige Euro angelegt werden kann und dabei eine Rendite erwirtschaftet. Der NPV diskontiert jeden künftigen Cashflow mit einem Satz, der die Opportunitätskosten des Kapitals widerspiegelt, auf den heutigen Zeitpunkt zurück — und zieht anschließend die Anfangsinvestition ab.
Die Formel lautet: NPV = −C₀ + CF₁/(1+r)¹ + CF₂/(1+r)² + ... + CF_n/(1+r)^n, wobei C₀ die Anfangsinvestition, CF_t der Cashflow in Jahr t und r der Diskontierungssatz ist. Ist der Kapitalwert positiv, erwirtschaftet die Investition mehr als die geforderte Rendite und schafft Wert. Ist er negativ, vernichtet sie Wert. Ist er genau null, erzielt das Projekt exakt die geforderte Rendite — nicht mehr und nicht weniger.
Der Zeitwert des Geldes
Der Zeitwert des Geldes (Time Value of Money) besagt, dass Geld, das heute verfügbar ist, mehr wert ist als derselbe Betrag in der Zukunft. Dafür gibt es drei Gründe: Inflation mindert die Kaufkraft im Zeitverlauf; verfügbares Geld kann angelegt werden und Rendite erwirtschaften; und die Zukunft ist unsicher — ein zugesagter Cashflow trägt stets ein Ausfallrisiko. Der Kapitalwert berücksichtigt den Zeitwert des Geldes formal, indem jeder Cashflow abgezinst wird: je weiter er in der Zukunft liegt, desto stärker der Abschlag. Ein Cashflow von 100.000 € in fünf Jahren ist bei einem Diskontierungssatz von 10 % heute nur 62.092 € wert.
Discounted-Cashflow-Analyse (DCF)
Die Discounted-Cashflow-Analyse (DCF) ist der übergeordnete Rahmen, in dem der Kapitalwert steht. DCF-Verfahren werden im Investmentbanking, bei Private-Equity-Transaktionen und in der Unternehmensfinanzierung eingesetzt, um Unternehmen, Projekte und Finanzinstrumente zu bewerten. Dabei projiziert der Analyst freie Cashflows für einen Planungszeitraum — meist 5 bis 10 Jahre — und diskontiert diese mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) auf die Gegenwart. Ein Endwert (Terminal Value) berücksichtigt die Cashflows jenseits des Planungshorizonts. Der Kapitalwert des gesamten Zahlungsstroms entspricht dem inneren Wert des Unternehmens oder Projekts.
Die Kapitalwertmethode im deutschen Kontext — Investitionsrechnung und Start-up-Bewertung
In Deutschland ist die Kapitalwertmethode branchenübergreifend fest etabliert. Nach § 7 der Bundeshaushaltsordnung (BHO) sind für erhebliche finanzwirksame Maßnahmen des Bundes Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen vorgeschrieben, in denen die Kapitalwertmethode neben der Kosten-Nutzen-Analyse ein Standardverfahren ist — etwa bei Infrastrukturprojekten der Autobahn GmbH, der Deutschen Bahn oder bei Förderentscheidungen der KfW für Energie- und Digitalisierungsvorhaben. Start-up-Gründerinnen und -Gründer in Berlin, München oder Hamburg legen bei Finanzierungsrunden Kapitalwert- und IRR-Projektionen gegenüber Wagniskapitalgebern und Business Angels vor. Immobilienentwickler berechnen den Kapitalwert, um über Wohn- oder Gewerbeprojekte zu entscheiden. Produzierende Mittelstandsunternehmen nutzen ihn zur Bewertung von Maschineninvestitionen, Automatisierungsprojekten und Produkteinführungen.
Der in Deutschland gewählte Diskontierungssatz reicht typischerweise von 3–5 % für risikoarme, öffentlich geförderte Infrastrukturprojekte bis zu 15–25 % für risikoreiche Start-up-Investitionen. Der WACC börsennotierter deutscher Unternehmen liegt meist zwischen 6 % und 9 %. Für öffentliche Infrastrukturprojekte wird häufig ein niedriger sozialer Diskontsatz von rund 3 % angesetzt, der die geringen Opportunitätskosten öffentlichen Kapitals widerspiegelt.
Der interne Zinsfuß (IRR) und sein Verhältnis zum Kapitalwert
Der interne Zinsfuß (Internal Rate of Return, IRR) ist derjenige Diskontierungssatz, bei dem der Kapitalwert eines Projekts genau null ergibt. Er entspricht der projekteigenen Rendite. Übersteigt der IRR die geforderte Mindestrendite (Hürdenrate), gilt das Projekt als vorteilhaft. Für unabhängige Projekte führen Kapitalwert- und IRR-Regel meist zur selben Annahme-/Ablehnungsentscheidung, können bei sich gegenseitig ausschließenden Projekten jedoch widersprüchliche Ergebnisse liefern — in diesem Fall gilt der Kapitalwert als das verlässlichere Kriterium, da er die absolute Wertschöpfung statt einer reinen Rendite misst.
Amortisationsdauer und Rentabilitätsindex
Die Amortisationsdauer misst, wie schnell die Anfangsinvestition zurückfließt. Die einfache Amortisationsdauer vernachlässigt den Zeitwert des Geldes; die diskontierte Amortisationsdauer arbeitet mit barwertbereinigten Cashflows und ist damit konservativer. Der Rentabilitätsindex (PI = Barwert zukünftiger Zahlungen / Anfangsinvestition) normiert den Kapitalwert je investiertem Euro und eignet sich besonders zur Rangfolge von Projekten bei knappem Kapital. Ein PI über 1,0 entspricht einem positiven Kapitalwert.
Entscheidungsregeln beim Kapitalwert
| NPV-Ergebnis | Entscheidung | Interpretation |
|---|---|---|
| NPV > 0 | Annehmen | Investition schafft Wert über die Kapitalkosten hinaus |
| NPV = 0 | Indifferent | Investition erzielt genau die geforderte Rendite |
| NPV < 0 | Ablehnen | Investition vernichtet Wert; bessere Alternativen sind vorhanden |
Den richtigen Diskontierungssatz wählen
| Investorentyp | Typischer Diskontierungssatz | Orientierungsgröße |
|---|---|---|
| Privatanleger | 4–6 % | Tages-/Festgeldzins oder langfristige DAX-Rendite |
| KMU / Mittelstand | 8–11 % | Bankkreditzins zzgl. Risikoaufschlag |
| Börsennotierter Konzern | 6–9 % | WACC vergleichbarer Unternehmen |
| Infrastruktur | 3–5 % | Sozialer Diskontsatz / öffentliche Förderkonditionen |
| Start-up / Venture Capital | 15–25 % | VC-Hürdenrate / erwartete Eigenkapitalrendite |