72er-Regel Rechner
Verdopplungszeit der Geldanlage, benötigte Rendite, Inflationserosion und mehr berechnen
Verdopplungszeit ermitteln
Geben Sie Ihren jährlichen Zins- oder Renditesatz ein
Exakte Formel: Jahre = ln(2) ÷ ln(1 + Rendite/100)
Differenz: —
Benötigte Rendite ermitteln
Geben Sie Ihre gewünschte Verdopplungszeit in Jahren ein
Exakte Formel: Rendite% = (2^(1/Jahre) − 1) × 100
Differenz: —
Anlagewachstum-Prognose
Sehen Sie, wie Ihre Anlage Jahr für Jahr wächst – inklusive Verdopplungs-Meilensteinen
Mit ★ markierte Zeilen sind Verdopplungs-Meilensteine — Ihre Anlage hat das 2-, 4-, 8-Fache usw. des ursprünglichen Anlagebetrags erreicht.
| Jahr | Wert (€) | Wachstum | Meilenstein |
|---|
Inflationserosion (Umgekehrte 72er-Regel)
Sehen Sie, wie Inflation Ihre Kaufkraft im Laufe der Zeit halbiert
Deutschlands durchschnittliche Inflation: ~2–3 % (EZB-Ziel: 2 %)
Exakte Halbwertszeit: ln(0.5) ÷ ln(1 − Inflation/100)
Wert nach N Jahren: PV × (1 − Inflation/100)^N
72er-Regel Vergleichstabelle
Zinssätze 1–25 % · hervorgehobener Sweet Spot (6–10 %) mit höchster Genauigkeit
| Zinssatz (%) | 72er-Regel (Jahre) | Exakte Jahre | Abweichung (%) | Genauigkeit |
|---|
Beispielrechnungen
Festgeld zu 3 %
72 ÷ 3 = 24 Jahre, bis sich Ihre Einlage verdoppelt. Aus 10.000 € Festgeld werden in etwa 24 Jahren 20.000 €.
ETF-Sparplan zu 8 %
72 ÷ 8 = 9 Jahre, bis sich Ihre Anlage verdoppelt. Breit gestreute Aktien-ETFs (z. B. auf den MSCI World) haben historisch rund 7–8 % Rendite pro Jahr erzielt.
Inflation bei 3 %
72 ÷ 3 = 24 Jahre, bis sich die Kaufkraft halbiert. Aus 100.000 € werden in 24 Jahren nur noch 50.000 € Kaufkraft.
Was ist die 72er-Regel?
Die 72er-Regel ist einer der wirkungsvollsten und elegantesten Tricks der privaten Finanzplanung. Indem Sie einfach 72 durch die jährliche Rendite teilen, können Sie sofort abschätzen, wie viele Jahre es dauert, bis sich Ihre Geldanlage verdoppelt. Bringt Ihr Festgeld beispielsweise 3 % pro Jahr, verdoppelt sich Ihr Geld in etwa 72 ÷ 3 = 24 Jahren. Erzielt Ihr Aktien-ETF hingegen 8 % pro Jahr, verdoppelt sich Ihre Anlage bereits nach 9 Jahren.
Dieser Kopfrechentrick ist bei Finanzberatern, Anlageprofis und allen beliebt, die schnelle, fundierte Entscheidungen treffen möchten, ohne zum Taschenrechner zu greifen. Er funktioniert für jedes Zinseszins-Szenario — Tagesgeld, Festgeld, Aktienfonds, ETF-Sparpläne, private Altersvorsorge, Immobilienwertsteigerung und sogar Kreditkosten.
Der Ursprung: Luca Pacioli und das Jahr 1494
Die 72er-Regel blickt auf eine überraschend lange Geschichte zurück. Der italienische Mathematiker und Franziskanermönch Luca Pacioli — oft als „Vater der Buchhaltung" bezeichnet — erwähnte sie in seinem bahnbrechenden Werk Summa de Arithmetica, Geometria, Proportioni et Proportionalità aus dem Jahr 1494. Pacioli beschrieb zwar die Regel, doch Albert Einstein wird (fälschlicherweise) oft zugeschrieben, den Zinseszins als das „achte Weltwunder" bezeichnet zu haben. Fest steht: Die Regel ist seit über 500 Jahren ein grundlegender Kopfrechentrick der Finanzmathematik.
Wie genau ist die 72er-Regel?
Die 72er-Regel ist am genauesten bei jährlichen Zinssätzen zwischen 6 % und 10 % — ein Bereich, der in Deutschland vor allem für breit gestreute Aktien-ETFs und -fonds mit langfristig soliden Renditen relevant ist. In diesem Sweet Spot liegt die Abweichung von der mathematisch exakten Formel bei unter 1 %.
Die exakte Formel für die Verdopplungszeit verwendet Logarithmen: Jahre = ln(2) ÷ ln(1 + r), wobei r der Zinssatz als Dezimalzahl ist. Bei 8 % ergibt die 72er-Regel 9 Jahre, während der exakte Wert 9,006 Jahre beträgt — eine Abweichung von nur 0,07 %. Bei sehr niedrigen Zinssätzen (1–2 %) oder sehr hohen Zinssätzen (über 20 %) wird die Regel ungenauer, und Sie sollten die exakte Formel oder diesen Rechner verwenden.
Varianten der 72er-Regel
- Regel der 69,3: Genauer bei kontinuierlicher Verzinsung. Da ln(2) ≈ 0,6931 ist, ergibt die Division von 69,3 durch den Zinssatz die exakte Verdopplungszeit bei kontinuierlicher Verzinsung. Wird in fortgeschrittenen Finanzmodellen verwendet.
- Regel der 70: Häufig in Makroökonomie und Demografie verwendet. Teilen Sie 70 durch die jährliche Wachstumsrate, um abzuschätzen, wie lange es dauert, bis sich eine Größe (Bevölkerung, BIP, Geldmenge) verdoppelt. Bei runden Zahlen wie 2 %, 5 % oder 7 % leichter im Kopf zu berechnen.
- 72er-Regel (Standard): Bevorzugt für die klassische jährliche Verzinsung, da 72 viele ganzzahlige Teiler hat (1, 2, 3, 4, 6, 8, 9, 12, 18, 24, 36, 72), was das Kopfrechnen für die meisten gängigen Zinssätze erleichtert.
Praktische Anwendungen für deutsche Anleger
- Festgeld: Bei rund 3 % pro Jahr verdoppelt sich Ihr Festgeld in etwa 24 Jahren.
- Bundesanleihen: Bei einer angenommenen Rendite von 2,5 % verdoppelt sich Ihre Anlage in etwa 28,8 Jahren.
- Aktien-ETFs: Bei einer angenommenen jährlichen Rendite von 8 % (z. B. MSCI World) verdoppelt sich Ihre Anlage alle 9 Jahre.
- Inflationserosion: Bei 3 % jährlicher Inflation halbiert sich Ihre Kaufkraft in 24 Jahren — ein Grund, warum Geld auf einem gering verzinsten Girokonto langfristig real an Wert verliert.
- Kreditkosten: Ein Dispokredit mit 10 % Zinsen — die Zinslast verdoppelt sich in nur 7,2 Jahren, wenn er nicht zurückgezahlt wird. Das zeigt die gefährliche Wirkung des Zinseszinses bei Schulden.
72er-Regel vs. 69,3er-Regel vs. 70er-Regel
| Regel | Formel | Am besten geeignet für | Genauigkeit |
|---|---|---|---|
| 72er-Regel | 72 ÷ Zinssatz% | Jährlicher Zinseszins (am häufigsten) | Am besten bei 6–10 % Zinssatz |
| 70er-Regel | 70 ÷ Zinssatz% | Demografie, BIP-Wachstum, runde Zahlen | Gut bei 2–5 % Zinssatz |
| 69,3er-Regel | 69,3 ÷ Zinssatz% | Kontinuierliche Verzinsung | Exakt bei kontinuierlicher Verzinsung |
| Exakte Formel | ln(2) ÷ ln(1+r) | Alle Zinssätze, präzise Berechnung | 100 % genau |